Archiv für Dezember 2010

Zeeland – Volkssport Ringreiten

Mittwoch, 15. Dezember 2010

In der Urlaubsregion Zeeland findet man noch heute den mittelalterlichen Volkssport des Ringreitens – besonders auf der Halbinsel Walcheren ist dieser Sport beliebt und wird vornehmlich in der Zeit April bis September ausgeübt.
Der einstmals nur von Männern ausgeübte und vorbehaltene Wettkampfsport wird nun auch immer öfter von Frauen gewählt. Geselliges Beisammensein unter sportlichen Aspekten steht heute im Fokus.Im Laufe der Zeit wurden allgemeingültige Wettkampfregeln aufgestellt.
Die Sportler galoppieren auf dem Rücken ihrer ungesattelten Pferde über eine ca. 40 m lange Sandbahn und zielen dabei mit einer Lanze auf einen kleinen Ring, der auf halber Strecke über der schmalen Sandbahn hängt. Je fortgeschrittener der Wettkampf ist, desto kleiner wird der Ring.
Es ist jedoch nicht nur das normale Ringreiten beliebt, sondern auch das Ringstechen aus der Kutsche, welches sich erst in der Nachkriegszeit entwickelt hat.
Bei dieser Variante ist ein Parcours aufgebaut, durch den der Mann die Kutsche lenken muss und die Frau parallel versucht die aufgehängten Ringe mit der Lanze zu treffen. Um den traditionellen Charakter zu unterstreichen treten die Sportler in Landestracht an und haben ihre Kutschen und Pferde verziert und geschmückt.
Jedes Jahr im Juli findet in Middelburg einer dieser Kutschenwettbewerbe statt und zieht alljährlich mehr Schaulustige an. Unter anderem wird ein Preis für die schönste Tracht vergeben. Dies sollte man auf keinen Fall verpassen.
Die Spielregeln sind einfach. Das Pferd ist ist in allen Farben geschmückt und man reitet ohne Sattel. Die Kleidung ist entweder die landestypische Tracht oder weiß mit orangener Schärpe. Die Ringe werden im Laufe des Wettkampfes immer kleiner – von den 32 mm Durchmesser zu Beginn bis 10 mm am Ende des Wettkampfes. Jeder Reiter muss 30 Runden absolvieren. Wer die meisten Ringe mit seiner Lanze getroffen hat, hat gewonnen.
Beim Ringstechen aus der Kutsche kann man das in Führung liegende Paar an der grünen Schärpe erkennen. Auch hier treten die teilnehmenden Paare mit ihrer Landestracht an.
Das Publikum lässt nach dem Wettkampf den Sieger hoch leben. Traditionell wird er dann auf einer Holzleiter durch das ganze Dorf getragen und gibt von der Leiter Getränke aus.